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Heute steht der Etna auf dem Programm. Es gibt verschiedene Routen ihn zu bezwingen, die Nord - und die Südauffahrt. Wir, das sind Frauke & Kassen, Ingrid & George und die Nr. 9.

Der direkte Weg ist nicht passierbar, in der Nacht zuvor hat es einen Erdrutsch gegeben und die Autostrada an der Küste entlang ist gesperrt.

Also wollen wir durch die Berge abkürzen...Kassen fährt, Frauke navigiert, übersieht einen Flußlauf und wir landen in einer Sackgasse. Doch mein Navi - fast so alt wie das Auto - Anfang dieses Jahrtausends - kennt den richtigen Weg...

Die Straße wird immer enger und die Büsche links und rechts kommen den Porsche bedrohlich nahe. Wenden und umkehren völlig ausgeschlossen. Plötzlich, nach einer Biegung, fehlt ein Stück Straße von etwa 100 m. Wir müssen auf das angrenzende Feld mit erheblichen Höhenunterschied ausweichen. Ich fahre vorweg, der Boden ist weich und nass, also nicht anhalten. Mit Schwung hinunter auf den Acker und dann mit Schwung wieder auf die Straße. Ich beobachte im Spiegel, was die anderen beiden machen. Furchtlos folgen sie mir, selbst George, mit seinem tiefen Bergrennwagen, meistert die Passage.

Wieder auf der Küstenstraße zurück hat das Adrenalin Zeit auf einen normalen Pegel zu fallen.

Aber nicht lange, Dagmar hat jetzt die Navigation nach Generalkarte übernommen, und schon steuern wir auf die nächsten Hindernisse zu.

Ein Flußlauf hat unsere Straße überspült. Da man nicht sehen kann, wie tief er ist, überlege ich, die Schuhe auszuziehen und zu Fuß die Wattiefe zu ermitteln. Dann überholt uns lässig ein Italiener in seinem Panda 4x4 und sticht zügig durch den Flußlauf. Also was der kann, können wir auch. Schuhe anbehalten, Augen zu und durch...

Die beiden anderen Porsche folgen mir ohne Diskussion. Fluß durchquert, das nächste Hinderniss taucht auf. Die Straße ist, ohne Umleitung, einfach gesprerrt. Wir lassen uns nicht beirren und fahren weiter. Es ist Markt und die Straße ist der Marktplatz, Dagmar will um die Stände herumfahren, doch ich finde noch einen Schleichweg durch den Ort...

Endlich auf der Haupstraße durch die Berge angekommen, treffen wir auf einige LKW's, die auch die Autobahn verlassen mußten. Zwei schaffen wir nach langem Abwarten zu überholen, doch dann laufen wir auf eine Kolonne von sechs Schwerlastwagen auf. Überholen ausgeschlossen. Als wir über den Pass kommen liegt der Etna vor uns, zu greifen nahe, aber noch rund 80 km entfernt...

Wir fahren oberhalb der Küstenstraße entlang der Berge bis nach ZAFFERANA ETNEA. Von dort führt eine gut ausgebaute Bergstraße bis auf über 2.000 Höhenmeter zur Seilbahnstation des Etna. Es ist schon nach 14 Uhr, die Sicht ist mäßig und deshalb ersparen wir uns den 62 € teuren Trip zum Krater. Statt dessen, kleiner Imbiss, Cappuccino und Erinnerungsphotos mit und ohne Porsche erstellen.

Weiter geht es zu Stadtbummel und Eisessen nach TAORMINA. Wir parken an der stilgelegten Seilbahnstation und fahren mit dem Taxi nach oben in die Altstadt. Hin für 20 €, man hat uns mit den Porsche anreisen sehen, und zurück, als Fußgänger, für 15 €.

TAORMINA ist trotz der Nachsaison sehr überlaufen. Eis und Espresso sind lecker, Ausblick auf den Etna und das Meer überwältigend.

Dann starten wir über die Autostrada, sie ist wieder frei, an MESSINA vorbei nach CEFALU . Zum Abendessen im Al Porticciolo lassen wir uns auf der Terrasse direkt am Meer nieder. Der ereignisreichen Tag klingt hier bei einem tollen Menue aus.